
Forschung deutet hin: Gängiges Diabetes-Medikament hemmt Trainingsgewinne
Neue Forschung deutet darauf hin, dass das weit verbreitete Diabetes-Medikament Metformin einige Schlüsselerfolge des Trainings mindern könnte. Die Studie zeigte, dass Metformin-Patienten geringere Verbesserungen bei Blutzuckerkontrolle und Gefäßfunktion erzielten als Trainierende ohne das Medikament.
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Forschung deutet darauf hin, dass gängiges Diabetes-Medikament Trainingsgewinne hemmen könnte
Eine aktuelle Studie warnt, dass ein häufig verschriebenes Diabetes-Medikament einige der entscheidenden Vorteile körperlicher Aktivität behindern könnte.
Forscher der Rutgers University stellten fest, dass Personen, die Metformin einnahmen – ein gängiges Medikament bei Typ-2-Diabetes –, im Vergleich zu denen, die ohne das Medikament trainierten, geringere Verbesserungen bei der Blutzuckerkontrolle, der Gefäßfunktion und der aeroben Fitness zeigten. Gesundheits-Tracking-Apps wie Shotlee können diese Werte während des Trainings überwachen.
Die im letzten Monat in The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichte Forschung trägt zu einem wachsenden Beweisstand bei, der zeigt, dass Metformin und Training zwar beide den Blutzucker senken und die Herzgesundheit fördern, ihre Kombination jedoch einige positive Effekte des Trainings abschwächen könnte.
Steven Malin, leitender Autor der Studie und Professor im Department of Kinesiology and Health an der Rutgers' School of Arts and Sciences, sagte: „Metformin ist das am häufigsten verschriebene blutzuckersenkende Medikament weltweit.“
Er fügte hinzu, dass die Wirksamkeit der Kombination dieser Therapien unklar sei. Betroffene könnten Energiemangel oder ausbleibende Fortschritte erleben, was zu psychischer Entmutigung führen und ihr allgemeines Wohlbefinden sowie die Lebensqualität beeinträchtigen könnte.
Die Centers for Disease Control and Prevention berichten, dass etwa 35 Millionen Menschen in den USA an Typ-2-Diabetes leiden. Experten schätzen, dass weltweit Millionen weitere Metformin zur Blutzuckerkontrolle oder experimentell gegen Alterung einnehmen.
Studien details
Die 16-wöchige, doppelblinde Studie umfasste 72 Erwachsene mit Risiko für das metabolische Syndrom, ein Bündel von Erkrankungen wie erhöhtem Blutdruck, hohem Blutzucker und übermäßigem Körperfett, die das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten steigern. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt: zwei Gruppen trainierten mit hoher oder niedriger Intensität unter Placebo, die anderen beiden machten dieselben Workouts und nahmen täglich 2.000 Milligramm Metformin ein.
Die Studie kam zu dem Schluss, dass Personen, die ohne Medikament trainierten, deutliche Verbesserungen der vaskulären Insulinsensitivität zeigten – also einer besseren Reaktion der Blutgefäße auf Insulin, was die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskeln verbessert. Metformin minderte diese Effekte jedoch. Auch die Reduktion von Entzündungen und Nüchtern-Blutzuckerwerten war geringer.
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Die genaue Ursache ist unklar, doch die Forscher vermuten, dass Metformin die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Training auf zellulärer Ebene stört.
Mögliche Mechanismen
Malin wies auf die Gefäßgesundheit hin und erklärte, dass optimale Gefäßfunktion essenziell sei, um Nährstoffe wie Zucker zu Geweben zu transportieren. Wenn der Zuckereingang behindert ist, könnten Muskeln weniger effizient Zucker für Energie nutzen, wenn Insulin wirkt.
Die Forscher betonen, dass die begrenzte Stichprobengröße und der Fokus auf Personen mit metabolischem Syndrom-Risiko die Ergebnisse nicht auf alle Diabetiker übertragbar machen.
Expertenrat
Die Forscher empfehlen, die Ergebnisse mit dem Arzt zu besprechen, um die beste Kombination aus Therapie und Bewegung zu finden – statt Metformin oder Training abzusetzen.
Zukünftige Studien sollten Strategien prüfen, um die Vorteile beider zu erhalten. Das Rutgers-Team untersucht derzeit, ob Metformin anders mit Kraft- oder Widerstandstraining interagiert und ob Dosis- oder Timing-Anpassungen die Effekte mildern können.
Dr. David Cutler, Facharzt für Familienmedizin am Providence Saint John's Health Center in Kalifornien, betonte, dass die Ergebnisse zwar entmutigend wirken, aber kontextualisiert werden müssen.
Cutler, der nicht an der Studie beteiligt war, hob hervor, dass die leichte Reduktion der vaskulären Insulinsensitivität im Vergleich zum großen Nutzen der Blutzuckersenkung durch Metformin abzuwägen sei. Diese Senkung verringert das Risiko für Diabetes-Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung und Amputationen.
Cutler rät, die Ergebnisse vor allem für Anwender jenseits der Diabetes-Therapie zu beachten, z. B. bei Anti-Aging, polyzystischem Ovarialsyndrom oder Krebsprävention, und betont, dass Metformin die Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes bleiben sollte.
Quellenangabe
Ursprünglich veröffentlicht von Aol.Originalartikel lesen →